HOME I DESIGN

„My home is my castle“.

„Krebse mögen eine geborgene, gepflegte und gemütliche Atmosphäre…“ (Dahlke, 2011) und genauso treffend diese Worte sind, sieht es bei mir sowohl zu Hause als auch in meiner Praxis aus. Primär haben Wohlfühlen, Ästhetik und Stimmigkeit Vorrang, Funktionalität folgt lange vor Trends und „Must have’s“ die nur einziehen, wenn ich mich mit ihnen „identifizieren“ kann und sie Nutzen finden; den übrigens auch fast alle Accessiores vor Einzug mitbringen müssen. Verstaubte Laden, ungemütliche Möbel und grelle Farben sind bei mir nicht zu finden – meine Mutter würde jetzt kurzen Einwand bezüglich Unordnung erheben – denn das war nicht immer so – mittlerweile bin ich ihr jedoch in Sachen Ordnung um einiges voraus ;).  Lange hat’s gedauert, aber seit 1-2 Jahren bin ich ein Fan von regelmäßigem Ausmisten – in allen Bereichen des Wohnens – und auch des immer wieder wechselnden Designs, das jedoch einen gewissen Touch nicht verlieren darf und es für mich zeitlos bleibt und für Andere oftmals erkennbar zugehörig macht.

Besonders als ich meine Praxis saniert, ein- und hergerichtet hatte, war ich vom Feedback noch während des Bau’s überwältigt; sogar technische Arbeiter bei denen die Affinität wohl eher bei Voltkreisen und mechanisch-technischen Dingen liegt, „bewunderten“ sowohl den Fortschritt als auch die wohlige Stimmung, die sich mit jedem Handgriff, ob es sich um das Stuckkleben oder das Abschleifen der Holzbank handelte, immer mehr einschlich. Zu diesem Zeitpunkt beschloss ich, dass ich meiner Praxis nicht die Verwendung geben wollte, die ich andachte – nämlich selbst dort zu praktizieren, sondern anderen Menschen die Möglichkeit zu geben in den Räumlichkeiten ihrer Arbeit nachzugehen. Ich hatte zuvor einige Praxen besucht und Fotos im Internet gesehen – ich fühlte mich jedoch selten wohl; verständlich wenn ich jetzt nachrechne was die Vermieter verlangten; aber ich wusste von Anfang an, dass ich weder mich noch jemand Anderen mit einem kühlen, weißem Raum eingerichtet mit einem kleinen Tisch und 2 Sesseln, glücklich machte.

Somit hab‘ ich nicht nur Farbe spielen lassen, sondern wie oben erwähnt auch mit Stuck, Beleuchtung und wichtigen, essentiellen Dingen wie Teppich und Vorhang jongliert, um der Praxis einen gewissen „Gemütlichkeits-Faktor“ zu geben, besonders weil man sich in Räumen in denen man sich wohl fühlt, besser entspannen kann und Heilung sowohl auf physischer und psychischer Ebene „besser“ geschehen kann.

Da ich zum Einen die Räume relativ geräumig lassen wollte, weil mir klar war, dass viele Therapeuten ihre eigenen Dinge mitnehmen möchten, ich jedoch auch beim Herzeigen der Praxis nicht ein kühles und leeres Bild vermitteln wollte, bei dem die hohen Räume in der Altbauwohnung natürlich ihr eigenes dazu beitragen, hatte ich beschlossen Möbel sehr bedacht zu wählen und Dinge wie ein Tippie-Zelt für sich und seine Gemütlichkeit sprechen zu lassen.

Anfangs geplant einen Raum als „Kindertherapie-Zimmer“ zu verwenden und auch so weiterzuvermieten, haben sich besonders in diesem, die Meisten sofort wohlgefühlt und die Besichtigungstermine wurden regelrecht zu netten Plaudereinheiten in denen man sich durch die angenehme Ruhe der Lage als auch durch den gewählten Mix der Stoffe und Farben fallen lassen konnte.

Im anderen Raum, den ich für Paartherapie eingerichtet hatte, war der Anklang weniger groß und auch mein Interesse galt vorwiegend dem anderen, wobei mich die dünkleren Farben, in grau gehalten mit weiß kombiniert in der Vergangenheit eigentlich immer mehr ansprachen. Nun ließ ich den Raum ganz bewusst auf mich wirken, denn irgendwas passte spürbar einfach nicht – und das galt es zu ändern. In 15 Minuten den kompletten Raum möbeltechnisch einfach umstrukturiert, muss ich nun die Altbauflügeltüren, die die beiden Räume verbindet, bzw. trennt – offen stehen lassen, um zwischen den Räumen zu switchen, einfach weil ich mich nicht mehr entscheiden kann. Endlich fühle ich mich in beiden Räumen wohl und die Resonanz der Besucher vermittelt mir genau das gleiche Gefühl. Einige, die den Raum vorher auch gesehen hatten, meinten, dass er nun viel geräumiger und – für mich ganz ausschlaggebend wichtig – aufgeräumter und cleaner wirkt.

Long story short.

Ich liebte es schon immer Wohnräume in zeitlichen Abständen immer mal wieder auf Vordermann zu bringen, umzustellen und ihnen neuen Glanz zu verleihen. Als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin, habe ich Blut geleckt. Nun, durch Renovierung und Eröffnung meiner Praxis bin ich endgültig auf den Geschmack gekommen und habe beschlossen dieser Freude und den Ideen endlich mehr Platz zu schenken und auch Andere besonders von der Umsetzung teilhaben zu lassen. Es geht in die nächste Runde „Home“ und das Hämmern der Finger in die Tastatur ist fast so laut wie die Stemmarbeiten die gerade einen Stock unter mir stattfinden. Somit darf verraten werden …stay tuned und gespannt auf mehr !

      

Quelle: Dahlke, R. / Dahlke M. (2011): Die Lebensprinzipien. München: Arkana