Thinkpiece: Millennials – More than a hashtag Generation?

Um in dieses Thema einzusteigen ist davon auszugehen, dass – auch wenn zugehörig – nicht jeder weiß, was mit „Millennials“ gemeint oder darunter zu verstehen ist, hier daher eine kurze Aufklärung:

Entsprechend „Millenial-like“ im Internet gesucht (Siri und ich sind nicht in einer Beziehung), denn im Brockhaus oder Duden wird man diesen Ausdruck wohl noch nicht gedruckt finden, habe ich auf (aufgepasst!) serienjunkies.de den Begriff mit folgender Erklärung gefunden: „die Generation zwischen 1980 und 2000 geborenen Menschen…grobe Einteilung“.

Millennials zeichnen sich dadurch aus „sie sind im Umgang mit Onlinemedien äußerst geübt und haben daher gegenüber Neuerungen (auch technischer Art) in diesem Feld kaum Berührungsängste (…)“

Diese Generation steht damit im Gegensatz zu in den 1960er und 1970er Jahren geborenen Personen. Letztere waren als „Generation X“ nämlich vor allem dadurch bekannt, sich dem Druck der Werbeindustrie relativ erfolgreich entziehen zu können und Materielles kritischer zu beurteilen als deren Vorgängergeneration. Da dies bei den Millennials wiederum eher ins Gegenteil zu schlagen scheint, werden sie bisweilen auch analog als Generation Y bezeichnet.“ Durch den extremen Unterschied der Lebensweise im Vergleich zu früheren Generationen, den das Internet, soziale Medien und ständige Erreichbarkeit mit sich bringt, kann sich die Generation Y nur schwer an Vorgängern orientieren.

Hallo ich bin’s Marie und laut serienjunkies.de ein Millennial, auch bekannt als Generation Y und „äußerst geübt in Umgang mit Onlinemedien“. Nun, vorher habe ich diesen Teil eher als Kompliment aufgefasst und „drüber gelesen“, aber abgesehen davon, dass ich mich zu 100% dieser Generation zugehörig outen muss, möchte ich über die erwähnten „Eigenschaften“, in Bezug auf die Werbeindustrie und den Einfluss dieser, reflektieren.

Und leider muss ich gestehen, dass ich mich „aus der ganzen Sache“ nicht unbedingt glänzend herauswinden kann, egal wie man es dreht und wendet. Ich hätte unglaublich viele Ausreden parat und könnte mir schon eine feine „ich gehöre da nicht dazu, weil…“ Ansammlung zusammenspinnen und darüber einen Regenbogenfilter legen, aber was bringt’s? Ist fast so, wie sich nicht einzugestehen, eine neue Jeans zu kaufen, weil man den Knopf der alten noch irgendwie fingerbrechend zu bekommt – aber für tolle Fotos und einbisschen „glam“ auf der Einkaufsstraße möchte man doch ungern auf seinen fancy „tall low-fat soy mocha frappuccino with a double shot of espresso, whipped cream and some extra chocolate drizzle“ verzichten, weil allein die Aussprache, perfektioniert – einfach so „american – style“ ist.

Dieser Blogpost soll Anregung schaffen, nachzudenken, reflektieren und sich damit auseinander zu setzen.

EINFLUSS

Ja, wir alle (natürlich nicht „alle“ – andere haben ihre „Prioritäten“ schon klüger gesetzt) haben ein Macbook, ein Iphone, eine tolle Kamera, vielleicht die neueste Designer Tasche und den Highlighter aus der neuesten Kollektion, weil sich jeder Einzelne denkt, dass man es, wenn man es nicht wirklich braucht, eingesteht, es einfach haben möchte. (Fendrich „I hob a Haus i hob an Garten und auf mein‘ Auto is a Stern und wann mi no so viele hassen i hob des alles furchtbar gern.“) Es geht aber noch weiter. Ich meine nicht, man will es haben, weil es ist „trendy“, ein „Statussymbol“ oder man sich mit einem materiellen Wert identifizieren möchte, sondern es geht um den Einfluss den wir als Generation Y haben, sowohl auf Generation X als auch untereinander und die kommenden.

Fast jeder Millennial hat Instagram und sich das „Leben“ und einige Schnappschüsse anderer anzuschauen ist es schon lange nicht mehr. Vor längerem habe ich mich ertappt als ich Schuhe die auf Instagram gehypt wurden und ich sie als nicht wirklich schön empfand, diese plötzlich als Kaufoption einstufte.

Wow. Was war da passiert? „Werbung funktioniert“? Eindeutig. Mein Handy, das Internet, Instagram und die Aktivität damit war einfach viel zu massiv.

Ich war schon einmal an dem Punkt angelangt, an dem ich im Krankenhaus meinen Account gelöscht hatte. Damals viel Zeit im Bett verbracht, wollte ich mich ablenken; innerhalb einer Minute (wahrscheinlich beim Infusionswechsel) hatte ich  die Einsicht, dass ich – kränkelnd – mich lieber mit meiner Gesundheit beschäftigen sollte,  als mir toll inszenierte Fotos von modelähnlichen Püppchen, die ihre #bodygoals Körper halbnackt in einem #TrianglSwimwear Bikini (apropos – was ist aus diesem Hype geworden? passiert?) in einem tollen Resort auf den Malediven beim Frühstück mit #avocadotoast & #pancakes angeblich (weil #bodygoals will erhalten bleiben, oder?) den #abs Bauch vollfuttern.

Damals nicht nur mit Instagram aufgewacht und schlafen gegangen, sondern teilweise lieber im Whatsapp „herumgertrieben“ als mich auf meine tatsächlich, reale und vor mir stattfindende Konversation zu konzentrieren; ob wirklich „lieber“ würde ich jetzt nicht unterstreichen, aber ich tat es; denn ich war ja nicht die Einzige, sonst hätte mein Handy nicht pausenlos geläutet und mein Gegenüber hätte es ebenfalls in der Tasche gelassen. Zum heutigen Stand muss ich stolz zugeben, dass ich mit meinem Handy jetzt einen ganz anderen Umgang pflege und unser Verhältnis sich relativiert hat…..

Alleine diese Aussage finde ich fast fragwürdig.

Jedoch muss ich zugeben, dass der Einfluss von Werbung & co doch nicht so ganz wirkungslos sind, auch wenn meine Meinung war, dass ich da komplett über allem stehe. Traurig wieviele Menschen Geld ausgeben, welches dann im Schrank hängt, verstaubt undb(oder) wenn man es trägt, sich unwohl und nicht authentisch fühlt; Ihr wisst, worauf ich hinaus will !?! Es gilt hier keinen zu verurteilen, sondern zum Nachdenken anzuregen, flüsterte mir gerade eine sündhaft teure, mit Originaletikett versehene Bluse aus dem Schrank zu.

New Generation – new lifestyle

Ich könnte weiterschreiben bis ich die Generation Y als Einheit verteufelt habe, aber das bringt keinem was und ist auch nicht Sinn dieser Zeilen. Auch bin ich gerade nicht in der Laune unsere Vorzüge und die guten Seiten aufzuzählen die uns ausmachen (können).

Dies ist und soll ein kritischer Beitrag zu den Millennials sein und bleiben. (Mein) Hintergrund ist, zum Nachdenken anzuregen und soetwas passiert üblicherweise nicht mit schönen Blumenwiesen-Erzählungen und dem neuesten whitening-Filter. Mein Gott, die Zeit ist so schnelllebig, nicht mal an einen Filter kann man sich gewöhnen und schon hat ihn Snapchat ersetzt.

Dass die Folgen meiner Generation weite Kreise zieht sieht man daran, dass auch die Jahrgänge vor Beginn der „Y“ immer stärker von „uns“ beeinflusst werden. Die Berufe ändern sich, der Druck wird größer und somit auch verstärkt die dauernde Kontrolle „up to date“ sein zu wollen, sorry: nein – müssen !- sowohl im beruflichen – als auch im privaten Umfeld, sozialen und öffentlichen Bereichen.

Dass eine Mail innerhalb von 30 Minuten beantwortet sein muss, bedarf nicht gesondert erwähnt zu werden, aber wir – ich – meine Generation tut dazu das ihrige, weil wir auch ständig „online“ sind – also wir die Grenze immens hoch halten; verständlich, denn nicht nur im Club halten wir uns daran fest, es liegt auf jedem Restauranttisch, wir nehmen es mit auf’s WC und sogar die letzten Meter vor einem OP-Saal werden noch aufgenommen und in den sozialen Netzwerken festgehalten.

Und mein Fokus liegt nicht darauf, wie wahnsinnig wir alles „teilen“, sondern wie präsent ein Kommunikationsmittel ist, das uns oftmals mehr stresst als uns wirkliches Austauschpotenzial schenkt.

Vor einigen Tagen bekam ich einen Anruf von einer Person aus der Generation X, die sich wirklich tierisch freute, mich um 08.30 Uhrmorgens zu erreichen, denn die vorigen Empfänger  (Anrufer ist er !) hat er um diese Uhrzeit einfach nicht ans Handy bekommen – und scherzte darüber, dass die Generation seines Vater um diese Uhrzeit bereits ihr (sein) erstes Jausenbrot verdrückt hatte. Schmunzelnd zog ich die Bettdecke noch ein Stückchen höher war ja Gott sei Dank – kein Facetimegespräch  😊.).

Ob wir da jetzt bei den „Vorteilen“ sind ein Millennial zu „sein“ oder einen Lifestyle? leben, muss jeder für sich entscheiden.

Für mich ein ganz klares Ja. Aber auch, weil ich abends/nachts viel lieber arbeite, produktiver bin und es nicht auslassen möchte, dass meine Arbeitszeit bis knapp 3 Uhr Früh ging – und erwähnt um eben nicht „Mitleid“ zu erhaschen, sondern „Verständnis“ und einbisschen eine Art von Nachvollziehbarkeit zu erlangen. Denn diese „Vorteile“ werden von so vielen Menschen kritisiert und belächelt, nicht ernst genommen und abgewertet, anstatt sich auch immer die Kehrseite der Medaille anzusehen.

Nicht unerwähnt möchte ich lassen wie dankbar ich bin einer Arbeit nachzugehen, die sich individuell einteilen lässt und sich ein Stück weit meinen Bedürfnissen beugt; da geht ein großer Dank an meine Generation Y – genau für diese „neuen Berufe“ und Veränderungen.

Es ist schwierig in dieser Thematik Dinge und Gedanken wirklich auf den Punkt zu bringen. Es liegt aber nicht nur an der enorm großen Bandbreite des Gebiets, sondern auch am Perspektivenwechsel, den man ganz unbewusst geschehen lässt. Eine Quintessenz zu schaffen ist herausfordernd und gleichzeitig kommt mir die Frage auf, ob es zu diesem Zeitpunkt schon einen verlangt. Obwohl und vielleicht deshalb, weil ich mich mit der Thematik auseinandersetze und fest darin „verankert“ bin, weil ich Teil dessen bin, dreht sich mein Meinungsstandpunkt alleine deshalb, weil ich ihn ständig in Frage stelle.

Somit ist der Entschluss gefasst besonders zu diesem Thema keine Richtung von Anfang an zu gehen. Die Orientierungsfindung ist sicherlich ein Kernbereich der in der Kritik steht, wenn es um meine Generation geht. Wir machen uns mittlerweile sehr früh Gedanken um die Sinnhaftigkeit des Lebens und den daraus resultierenden Überlegungen.
Auch unsere Taten sprechen Bände, wenn wir uns nicht in einem Job jahrelang quälen, sondern verschiedene Bereiche ausprobieren.
Dass wir uns diese Chanchen und Möglichkeiten nehmen, gibt anderen Menschen Anlass zu urteilen, wir hätten alles, aber sind trotzdem nicht glücklich. Doch denke ich, dass in der Vielfältigkeit in der wir leben unser individuelle Platz kein sicherer fixer Ort mehr ist und es viel Mut und Durchhaltevermögen und besondere Selbstliebe bedarf für sich sein Wohlfühlgefühl zu erschaffen – und das bedeutet auch, dass wir Phasen haben, in denen wir nicht so glücklich sind. Aber ich lasse mir gern einen Menschen zeigen, der durchwegs „glücklich“ ist.

Das Video von Simon Sinek habe ich vor knapp 3 Monaten gesehen und es hat mich wirklich fasziniert. Sowohl sein Ausdruck die Dinge auf den Punkt zu bringen und die Wahrheiten die in seinem Monolog stattgefunden hatten.
Mein Drang über das Thema der Generation Y mehr zu erfahren und darüber zu schreiben war groß, aber ich hatte doch einen gewissen Widerstand in mir und somit ließ ich meinen Eindruck setzen.
Gewusst warum.
Heute sehe ich mir das Video an, bin noch immer über das fesselnde „Sprechtalent“ begeistert, aber den Inhalt sehe ich nun doch wesentlich kritischer, besonders im Bezug auf die Generation Y.

Das was Werbung schafft, schaffen genauso Menschen die ihre Talente perfektionieren und ausüben, wie Herr Sinek. Sie fesseln, überzeugen und können verharrte Standpunkte bei anderen Menschen lösen, ganz gleich ob der Inhalt den sie vermitteln „wahr“ ist oder nicht.

Ich möchte sein Video zum Anlass nehmen, dass wir die „Generation der Narzissten“, „Generation, die sich nicht festlegt“ einbisschen weniger lächerlich –  wie salopp dargestellt -, für sich selbst zu beleuchten, um vielleicht seinen Platz besser orten zu können und Gewohnheiten zu überdenken.

Die Ypsiloner die sich alles offen halten, ob Job, Zukunft oder Beziehungen. Das Suchtpotenzial der Anerkennung nach „Likes“ und der Drang im digitalen Dschungel inszeniert mithalten zu können ist groß, sowohl für eine Selbstoptimierung als auch die besten Rabattcodes zu ergattern um #girlboss authentisch in die caption zu setzen.

BERUF

„Simon says“: Simon hat es in seinem Interview/Monolog wirklich gesagt:

Ihnen wurde gesagt, dass sie besonders sind – die ganze Zeit, ihnen wurde gesagt, dass sie alles haben können im Leben, weil sie es wollen…“

Nein, ich habe das nicht gehört. Ich habe gespürt, dass ich für meine Familie besonders bin, das gab mir ein Gefühl der Geborgenheit. Dass ich im Leben alles haben könnte was ich will, nur weil ich es will habe ich nicht nur nicht gehört, sondern mir wurde es nicht so vorgelebt. Vorgelebt wurde mir, dass man hart arbeitet und Schritt für Schritt Dinge zu erledigen hat, um hinzugelangen wo man hin möchte. Aber auch, dass es wenig „Freiheiten“ gibt. Ein Beruf wird nicht als „Ruf“ verstanden, berufen zu sein etwas zu tun, sondern einen Job zu haben und machen, der erledigt und bei dem Überstunden zum täglichen Geschäft gehören; Kinder hat man aber auch noch dazu.

Ich bin froh darüber diese Seite miterlebt zu haben und dankbar für ein Grundgerüst das damit geschaffen wurde, aber einen Teufel werde ich tun, meinen Kindern nicht jeden Tag das Gefühl zu geben, dass sie nicht alles haben können was sie wollen.

Das sollte nur eine kleine Reflektion darstellen, denn die Themenbereiche sind so breit- und vielfältig.
Es geht darum die Generation Y nicht einfach über den Kamm geschert zu verfluchen und zu meinen, dass früher alles besser war. Es war nicht alles besser. Dinge haben sich verändert und mit Sicherheit nicht alles zum Guten, jedoch sollte man sich fragen wo wir heute stehen und welche Möglichkeiten wir haben und vielleicht auch wie wir dazu gekommen sind.

Dass wir Dinge nur noch mit Filter sehen ist wohl wahr, aber sich dessen bewusst zu machen und danach zu handeln ist ein weiterer Schritt, den man – vielleicht besonders nach dem Video bewusster setzen kann.

Man muss in einem Becken nicht zwingend mitschwimmen, auch wenn man drinnen sitzt. Wenn ich was als Ypsiloner sagen kann, dann:  dass jeder Eigenverantwortung hat damit zu agieren und reagieren.

2 Kommentare zu „Thinkpiece: Millennials – More than a hashtag Generation?

  1. Wieder ein sehr spannendes und für meine Generation sicher neues Thema – verständlich und empathisch dokumentiert – Gratulation !

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